„Nachdem nun die Möglichkeit bestand, sich intensiv mit den betroffenen Stadtbezirksverbänden auszutauschen, ist die CDU-Rathausfraktion zu dem Schluss gekommen, dass sie das Stromtrassenprojekt durch den Wiesbadener Osten so nicht mittragen kann“, erklärt Manuel Köhler, stadtentwicklungs- und baupolitischer Sprecher der CDU-Rathausfraktion. Zum Hintergrund: Im Sommer 2022 soll mit dem Bau einer sechs Kilometer langen Hochspannungstrasse, die von Breckenheim kommend durch die Gemarkungen Bierstadt, Igstadt, Medenbach und Kloppenheim führen soll, begonnen werden. Diese soll die Versorgungssicherheit der Stromnetze in Wiesbaden und im Rheingau sicherstellen. Die Netzbetreiberin sw netz GmbH und die Syna GmbH wollen im Juli 2021 das Planfeststellungsverfahren einleiten. Bisher war die Kommunikation zu dem Projekt spärlich. Betroffene Ortsbeiräte und Grundstückseigentümer wurden erst jetzt – zwei Monate vor Einleitung des beabsichtigten Planfeststellungsverfahrens – über das Projekt und die Trassenführung informiert.

„Ein absolutes Unding“, findet Manuel Köhler. Deshalb soll ein weiterer Antrag zu diesem Thema in die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag eingebracht werden. „Ein erster Berichtsantrag in Zusammenarbeit mit den Grünen, der SPD und FDP war richtig und wichtig. Jetzt müssen wir aber einen Schritt weitergehen. Die Zeit drängt, um fristgerecht Alternativen zur derzeitig geplanten Trassenführung zu prüfen“, führt Manuel Köhler weiter aus. Von besonderem Interesse ist hierbei die Trassenführung entlang bestehender, linienförmiger Infrastruktur – soll heißen entlang von Autobahnen, Bahnstromtrassen, etc. Diese Bündelung wird sowohl von der Bundesnetzagentur als auch von der Deutschen Umwelthilfe stark befürwortet. „Es ist uns ein Herzensanliegen mit diesem Antrag die Syna GmbH dazu zu bringen, den Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens nicht zu stellen, sondern zuerst einen ausführlichen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und auch der Politik zu führen. Wenn wir das schaffen, wäre das ein großer Gewinn für den Wiesbadener Osten“, schließt Manuel Köhler ab.

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Louise Lydia Wagenbach

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