Auf die Pläne des Finanzministers Olaf Scholz (SPD), reinen Frauen- oder Männervereinen künftig die Steuervorteile entziehen zu wollen, reagiert die CDU Rathausfraktion mit Empörung und Unverständnis. „Ob und welchen Nutzen ein Verein hat, hängt bestimmt nicht vom Geschlecht der Mitglieder ab. Hier geht es einzig und allein um die Förderung gemeinschaftlicher Interessen. Wir sind auf unsere Wiesbadener Vereinslandschaft sehr stolz und werden alles dafür tun, sie zu schützen und zu fördern. Diese Menschen erbringen jeden Tag unbezahlbare Leistungen für das Land und unsere Stadt“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Bernd Wittkowski. Die gemeinnützigen Vereine haben einen herausragenden Wert für Wiesbaden. Traditionell sind viele von ihnen reine Männer- oder Frauenvereine, deren Untergrabung ein herber Schlag für den gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt bedeuten würde.

„Wir sollten unseren Vereinen und ehrenamtlichen Aktiven schon zutrauen, dass sie sich selber am besten organisieren können. Soll es beim Sport keine Angebote mehr nur für Mädchen und Frauen geben? Mit welcher Rechtfertigung wollen wir zum Beispiel den Schützenbruderschaften, den Landfrauen Wiesbaden, den Lions und Rotariern ihre Gemeinnützigkeit entziehen?“, fragt auch Dr. Helmut Müller. Historisch und traditionell gewachsene Strukturen gilt es im Vereinsleben vielmehr zu bewahren. Daher sollte das Thema beispielsweise im Städtetag erörtert werden, damit der Bund das Ehrenamt nicht weiter erschwert. Der ehemalige Oberbürgermeister Gerich hatte ausgerechnet das Jahr 2019 zum Jahr des Ehrenamtes ausgerufen. Gerade unter diesem Gesichtspunkt dürfte der amtierende Oberbürgermeister den Vorstoß des Sozialdemokraten Scholz eigentlich so nicht hinnehmen dürfen. „Im Interesse des Zusammenhalts unserer lebendigen Gesellschaft werden wir einen Antrag in die nächste Stadtverordnetenversammlung einbringen. Was wäre die Stadt ohne Ehrenamt? Wir müssen die Leistung der Vereine weiter anerkennen und nach Kräften unterstützen, anstatt sie zu beschneiden. Das wird mit uns Christdemokraten nicht zu machen sein“, so Dr. Müller und Dr. Wittkowski.

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Ansprechpartnerin

Dr. Karina Strübbe

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