Die AWO tut sich nach rund einem Jahr noch immer schwer bei der Aufklärung ihres Finanzskandals, denn nach allem Anschein waren weite Kreise aus der Führungsschicht der AWO beteiligt. Jüngste Presseberichterstattungen weisen zudem auf eine mögliche Verquickung von Magistratsmitglieder aus Reihen der SPD hin. „Im Interesse eines Sozialverbandes und deren vielen ehrenamtlich Tätigen sollte statt einer internen, vor allem eine externe Aufklärung für die Öffentlichkeit stattfinden. Die CDU-Rathausfraktion bekräftigt daher ihre Haltung, dass dieses Ziel bekanntlich nur am glaubwürdigsten mit einem Testat von unabhängigen Wirtschaftsprüfern zu erreichen ist“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU Rathausfraktion Dr. Bernd Wittkowski.

Stadtverordneter Dr. Hans-Achim Michna, der auch hessischer Landesvorsitzender des Sozial- und Familienverbandes Kolpingwerk e.V. ist, sieht durch das Handeln von Teilen der AWO alle Sozialverbände in Misskredit gebracht: „Dieser Skandal wird durch die zögerliche Aufklärung auf dem Rücken vor allem der ehrenamtlich Tätigen ausgetragen. Das Agieren von bestimmten Kreisen der AWO ist untragbar und funktioniert jedes Mal nach dem gleichen Muster: Zunächst leugnen und den Kritikern unaufrichtige Motive vorwerfen, dann nur zugeben, was ohnehin schon bekannt ist. Und wenn es nicht mehr anders geht, waren nur Einzelne für die Verfehlungen verantwortlich“.

„Ein eindeutiger politischer Wille zur umfassenden und schonungslosen Aufklärung der Vorgänge in der AWO ist bei der SPD nicht erkennbar“, so Dr. Michna weiter. Auch das jüngste Beispiel in Frankfurt, wo das städtische Revisionsamt sich über die fehlende Kooperation der AWO beklagte, bestärkt die CDU-Rathausfraktion in ihrer Auffassung, dass nur ein Testat von unabhängigen Wirtschaftsexperten hier Klarheit bringen könne. Dass für die interne Aufarbeitung von der AWO bestimmte Tandem, Herr Hessenauer und Herr Betz, hält die CDU für unzureichend und problematisch, da diese früher führenden SPD-Mitglieder für die Aufarbeitung ihres SPD-Wohlfahrtsverbandes eingesetzt werden und damit letztlich auch ihr persönliches Wirken, Wissen und Lebenswerk überprüfen sollen. Um die Vorgänge um die AWO umfassend aufzuklären, muss für die Landeshauptstadt Wiesbaden jedoch die Beziehung zwischen der AWO und der Stadtverwaltung sowie etwaige Verstrickungen der Akteure untereinander im Mittelpunkt stehen. „Nach mehr als einem Jahr in dem scheibchenweise immer mehr Skandalöses zur AWO zu Tage gefördert wurde, wollen wir endlich Klarheit“, so Bernd Wittkowski, der auch CDU-Sprecher im Revisionsausschuss ist.

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Ansprechpartnerin

Louise Lydia Wagenbach

louiselydia.wagenbach@wiesbaden.de