Wiesbadens grüner Verkehrsdezernent Andreas Kowol hat alleinverantwortlich Schritte veranlasst, mit denen die Verkehrs- und Schadstoffbelastung auf dem stark frequentierten ersten Ring reduziert werden sollen. Hintergrund ist, den Verkehr besser fließen zu lassen und die Schadstoffemissionen dort zu senken. Damit solle ein drohendes Dieselfahrverbot verhindert werden. Das derzeit auf dem zweiten Ring noch erlaubte Nachtparken entfällt, damit auch hier der Verkehr künftig angeblich besser fließen wird.

Nicole Röck-Knüttel, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, hält dies für wenig praktikabel. Der zweite Ring sei nicht dafür ausgelegt, den ersten Ring entlasten zu können. Zahlreiche Engpässe wie der Siegfried-Ring oder der Theodor-Heuss-Ring bis zur Biebricher Allee und der künftig noch dichtere Verkehr dort dürften dazu führen, dass es hier noch häufiger zum Stillstand kommen wird. „Ich jedenfalls steh dort häufig im Stau.“

Wieso, fragt Röck-Knüttel, können auf dem ersten Ring Bus- und Radspuren die Fahrbahn verengen und gleich vor den Messstationen riesige Staus verursachen und auf dem zweiten Ring geht dies - zu wenig frequentierten Nachtstunden – nicht? Das Parken am zweiten Ring „hat sich gut eingespielt und wurde angenommen“, bedauert Röck-Knüttel die Entscheidung des Verkehrsdezernenten. Ihr Kollege Hans-Joachim Hasemann-Trutzel regt an, die parkenden Fahrzeuge besser zu kontrollieren, damit sie den Verkehrsfluss nicht behindern. Die verkehrsarmen Nachtzeiten müssten davon aber nicht betroffen sein.

Röck-Knüttel bezweifelt, dass die von Verkehrsdezernent Kowol angeordneten Maßnahmen geeignet sein werden, den Schadstoffausstoß auf dem ersten Ring nachhaltig zu reduzieren. Sollte ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge dennoch kommen, wird der Verkehrsdezernent den Anwohnern am zweiten Ring erklären müssen, welchen Sinn es hatte, ihre Parkräume zu beseitigen.

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