"Wiesbaden ist offenkundig ein international begehrter Partner", berichtet Stefan Spallek, Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerbeteiligung, Völkerverständigung und Integration, über die Resonanz auf den Beschluss des Stadtparlaments, sich um die Ausdehnung der internationalen Kontakte auf weitere Partnerstädte zu bemühen.

Nach dem Willen der Stadtverordnetenversammlung sollen sich die Partnerschaften für die verbundenen Städte zum beiderseitigen Vorteil auswirken. Dies gelte speziell für langfristig angelegte strategische Ziele, wie die Verbesserung der Integration oder der Erschließung neuer Wirtschaftskontakte für Wiesbadener Unternehmen.

Mittlerweile lägen Anfragen aus mehreren Städten vor, darunter auch zwei von außerhalb Europas bzw. Übersee. "Wiesbaden hat jetzt die Qual der Wahl," freut sich Stefan Spallek über an Interesse an Wiesbaden. Dazu habe der Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Völkerverständigung und Integration einen Arbeitskreis gebildet, um die vorliegenden Bewerbungen zu bewerten und eine Empfehlung an das Stadtparlament zu geben. "Wir wollen allen anfragenden Städten dieselbe faire Chance einräumen," macht der Ausschussvorsitzende deutlich. Deshalb werde es mit den jeweiligen Initiatoren einer jeden angeregten Partnerschaft ein Gespräch geben, um deren Chancen und Möglichkeiten zu erörtern.

Diese "Vorstellungsrunden" würden den Ausschuss noch einige Zeit beschäftigen, so Spallek: "Deshalb kann es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verbindliche Festlegung geben, ob und welche neuen Partnerschaften geschlossen werden." Zu dieser Feststellung sieht sich der Vorsitzende angesichts von Presseberichten veranlasst, in denen der Eindruck erweckt worden war, die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrags mit der griechischen Stadt Veria sei bereits beschlossene Sache. Vielmehr sei die Stadt Veria für das Juni-Treffen des Arbeitskreises Städtepartnerschaften vorgesehen. "Bis dahin ist alles Spekulation," betont der Stadtverordnete, der nicht nur in Anbetracht der zahlreichen griechischen Gemeinde in Wiesbaden auf die westlich von Thessaloniki gelegenen Stadt "sehr neugierig" ist.

Weiter gediehen sei das Knüpfen neuer partnerschaftlicher Bande bisher lediglich dort, wo die Stadtverordnetenversammlung durch entsprechende Beschlüsse die Grundlage geschaffen hat. Dies gelte zum einen für das schweizerische Glarus, dessen langjährige informelle Beziehung zu Biebrich nunmehr als Stadtteilpartnerschaft ihre "offizielle Anerkennung" gefunden habe, zum anderen für die Anbahnung einer Verschwisterung mit dem Istanbuler Stadtteil Fatih.

 

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