Die CDU-Rathausfraktion befürchtet, dass eine schnelle Entwicklung des Wohngebietes „LindeQuartier“ in Kostheim gefährdet ist. Der Grund: Die SPD stellt plötzlich neue Forderungen an den Investor. Weil die Zahl der Wohnungen dort von ursprünglich 500 auf 800 angewachsen ist, sei dessen Gewinn gestiegen. Deshalb, so die SPD, solle dort nun eine weitere Kita finanziert werden. Die CDU- Rathausfraktion lehnt dies ab. Sie weist darauf hin, dass es die SPD mit ihrer früheren Stadträtin Sigrid Möricke war, die die Verhandlungen mit dem Investor bis 2017 zu verantworten hatte und nun offenbar mit dem eigenen Ergebnis nicht mehr zufrieden ist. Der Kooperationspartner CDU reagiert deshalb auch mit Unverständnis. „Damit wird das gesamte Projekt gefährdet und um Jahre verzögert“, kritisiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Hasemann- Trutzel. Der Beschluss für einen Bebauungsplan für das Projekt wurde vom Magistrat erst einmal vertagt.

Verwundert ist die CDU-Fraktion auch deshalb, weil der SPD die Situation finanzschwächerer Familien auf dem Wiesbadener Wohnungsmarkt offenbar egal ist. Denn Hasemann-Trutzel verweist darauf, dass im „LindeQuartier“ der Bau von knapp 170 Sozialwohnungen vorgesehen ist. „Damit liegt es in der Verantwortung der SPD, wenn sich die Situation für finanziell schwächere Wohnungssuchende aufgrund der zu erwartenden Verzögerungen in den nächsten Jahren nicht verbessern wird.“

Hasemann-Trutzel betont, dass es bereits gelungen ist, neben der Zahl der Wohnungen dort auch die der Kita-Gruppen deutlich von zwei auf sechs anzuheben. Wenn die SPD nun plötzlich erneute Nachverhandlungen fordert, „setzt sie eine jahrelange Arbeit und den Ruf der Stadt als seriösem Verhandlungspartner unnötig aufs Spiel.“ Ohnehin ist völlig unklar, ob sich der Investor überhaupt auf den Bau einer zweiten Kita einlassen wird. Klar ist allerdings, dass es durch den plötzlichen Schwenk der SPD zu einer langen Bauverzögerung kommen dürfte. Dies lehnen neben der CDU auch die Grünen als dritter Kooperationspartner ab.

Trotz des Ausscherens der SPD aus den bisherigen Vereinbarungen will Hasemann- Trutzel die Hoffnung auf ein Einsehen noch nicht aufgeben. „Der rasche Bau von bezahlbaren Wohnungen in der Stadt ist schließlich zu wichtig, um als Thema im Landtagswahlkampf missbraucht zu werden.“

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