Mit großer Verwunderung hat die CDU-Fraktion einen Beschluss des SPD-Unterbezirksbeirats über eine Magistratsvorlage zur Kenntnis genommen. „Seit wann entscheidet eine Partei über eine Vorlage aus den Reihen des Magistrats. Dafür ist noch immer das Parlament da. Erstaunlich ist dabei auch, dass die SPD-Mitglieder über eine Vorlage abstimmen, die weder Magistrat und Stadtverordnete bisher beraten haben. Wir gehen daher davon aus, dass der Oberbürgermeister seine Vorlage in der nächsten Stadtverordnetenversammlung vorstellt und dies nicht vom Willen seiner Partei abhängig macht. Er ist von allen Bürgern Wiesbadens zu ihrem Stadtoberhaupt gewählt und nicht der Oberbürgermeister eines SPD-Unterbezirks“, erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Rathausfraktion Simone Koch.

Die Stadtverordnetenversammlung habe am 3. April 2014 beschlossen, dass für die Jahre 2018 bis 2027 der weitere Verbleib des Ball des Sports in Wiesbaden vertraglich gesichert werden soll. „Die Dezernate I und III werden beauftragt, die Konditionen mit der Rhein-Main-Hallen GmbH zu verhandeln und den Gremien zur Entscheidung vorzulegen“, heißt es im vor zwei Jahren gefassten Beschluss, dem auch die SPD-Fraktion zugestimmt hatte.

Aber die Rücknahme von Beschlüssen sei seit einer Weile bei der SPD an der Tagesordnung. Man schaue nur auf den beschlossenen Hotelbau an der Wilhelmstraße. „Die SPD hat den Rückwärtsgang eingelegt und ihr Verhalten ist das Gegenteil von verlässlich und verbindlich. Das Ergebnis ist ein Verlust an Vertrauen gegenüber der Stadt und unseren Entscheidungen im Parlament“, empört sich Koch.

Man könne den Ball des Sports aufgrund der städtischen Zuschüsse durchaus kritisch sehen und daher sollte auch über ihn und seine Wurzeln in die Stadt diskutiert werden. Die enorme positive Wirkung und die mit kaum einer anderen Veranstaltung hervorzubringende Strahlkraft und Werbeeffekte stünden dabei auf der Haben-Seite.

„Nach dem Verlust des Ironman 70.3 scheint Wiesbaden nun seine zweite sportliche Großveranstaltung zu verlieren“, zeigt sich Rainer Pfeifer, der sportpolitische Sprecher der CDU-Rathausfraktion enttäuscht. „Marode Schwimmbäder und ein Bäderkonzept, das diesen Namen nicht verdient und auch erst mehrfach angemahnt werden musste, ergänzen das traurige sportpolitische Bild, das der Oberbürgermeister derzeit abgibt“, ergänzt Pfeifer. „Wir brauchen solche Großveranstaltungen, um Werbung für den Sport zu machen. Der Breitensport verliert dadurch keinen Cent. Die Unterstützung des Balls des Sports ist gut investiertes Geld. Für die Stadt. Für den Sport“, sind Koch und Pfeifer überzeugt.

Wiesbaden würde Europas größte Benefizveranstaltung im Sport verlieren. Über 2.000 Gäste besuchen die Veranstaltung und sammeln rund 700.000 Euro für den deutschen Spitzensport.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag