Der Arbeitskreis Finanzen, Wirtschaft und Beschäftigung hat im Rahmen der Sommeraktion der CDU-Rathausfraktion das Biomasseheizkraftwerk in Frankfurt-Fechenheim besucht, um sich über die Gegebenheiten vor Ort zu informieren und daraus Rückschlüsse für das geplante Biomasseheizkraftwerk in Wiesbaden zu ziehen.

„Besonders interessant finde ich es, dass das Fechenheimer Kraftwerk im Gegensatz zu dem in Wiesbaden geplanten in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wohngebiet liegt und dennoch die Genehmigung hat, bis zu hundert Prozent Hölzer der in Wiesbaden umstrittenen Klasse A4, also z. B. Bahnschwellen, zu verbrennen“, sagte der Leiter des Arbeitskreises Petermartin Oschmann. „Allein dies zeigt sehr deutlich, wie leistungsfähig heutzutage die Filtertechnik ist.“

Faktisch betrage der Anteil der A4-Hölzer an der Gesamtmenge zur Zeit zwar nur rund zehn Prozent, dennoch seien die Hölzer dieser Klasse wichtig, um solch ein Kraftwerk wirtschaftlich betreiben zu können, so Oschmann.

Hinsichtlich der Filtertechnik wolle man in Wiesbaden sogar noch einen Schritt weiter gehen, erläuterte die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Marion Schiefer. „In Frankfurt findet eine sog. trockene Rauchgasreinigung statt. Für Wiesbaden ist dagegen, die Besorgnisse vieler Bürger und des Biebricher Ortsbeirates aufnehmend, eine noch leistungsfähigere kombinierte ‚Nass-Trocken-Reinigung’ geplant“, so die CDU-Politikerin.

Vor diesem Hintergrund seien die Bedenken anderer Parteien nicht nachvollziehbar und es dränge sich der Eindruck auf, dass es ihnen nicht in erster Linie um Sachfragen gehe, sondern um das Schüren von Ängsten in der Bevölkerung, mutmaßte Schiefer. Für die Bürger bestünde jedoch kein Grund für Ängste, da modernste Filtertechnik sowie kontinuierliche Messungen ein Höchstmaß an Umweltverträglichkeit gewährleisten würden. Zudem seien die Genehmigungsvoraussetzungen für ein Kraftwerk, in dem A4-Hölzer verbrannt werden sollen, nochmals deutlich schärfer und die erlaubten Schadstoffemissionen noch niedriger, als in einem Kraftwerk ausschließlich für A1- bis A3-Hölzer, betonte die CDU-Umweltpolitikerin.

„Die CDU-Fraktion sollte sich für den Bau des Biomasseheizkraftwerks in Biebrich einsetzen, da auch die Landeshauptstadt bis zum Jahr 2020 zwanzig Prozent ihres Energieverbrauchs aus regenerativen Energiequellen decken muss. Auch vor diesem Hintergrund ist uns das Biomasseheizkraftwerk allemal lieber, als die Höhenzüge um Wiesbaden herum mit riesigen Windkraftanlagen voll zu stellen“, betonte Oschmann abschließend.

 

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