Röck-Knüttel (CDU): Lieber Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

 

„Die Gutachten zu studieren und in Diskussionen Argumente abzuwägen, ist eine Sache; die Erläuterungen des Sachverständigen vor Ort folgen zu können, ist eine ganz andere.“ Mit diesen Worten lobt die umweltpolitische Sprecherin der CDU Rathausfraktion, Nicole Röck-Knüttel, den gestrigen Ortstermin in der Lesselallee. Mit Hubsteigern wurden die Mitglieder des Umweltausschusses sowie Vertreter des Ortsbeirates in die Baumkronen gehoben, um sich einen persönlichen Eindruck verschaffen zu können. Begleitet wurden die Politiker von dem Baumsachverständigen Dipl.-Ing. Roland Dengler.

 

„Herr Dengler hat seine gutachterlichen Erkenntnisse verständlich und nachvollziehbar dargestellt. Es blieben keine Fragen mehr offen“, fasst die Umweltpolitikerin die Veranstaltung zusammen. Von den ursprünglich 95 gepflanzten Kastanienbäumen sind aktuell noch 74 Bäume erhalten. Mehrere Gutachten haben nachgewiesen, dass unter anderem der aggressive Bodenpilz „Phytophtora“ die Ursache für den Auflösungsprozess der Allee ist. Die Wünsche der Fällgegner kann die CDU-Politikerin gut verstehen, aber man müsse realistisch bleiben: „Das Sterben wird weitergehen und die Lücken in der Allee würden immer größer und zahlreicher bis nicht mehr von einer Allee gesprochen werden kann“, zeigt sich Nicole Röck-Knüttel überzeugt. „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“.

 

Argumente für bzw. gegen das Fällen im Herbst gebe es viele. Unbestreitbar ist das, was Bürgermeister Goßmann (SPD) in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ausgeführt habe: Niemand kann die Stadt von ihren Versicherungspflichten frei sprechen. Erst im vergangenen Jahr sei eine Passantin in Trier durch einen umstürzenden Kastanienbaum tragisch zu Tode gekommen. „Dies hätte durch die vorsorgliche Fällung des Baumes verhindert werden können und müssen“, mahnt Nicole Röck-Knüttel. In Trier wurde die Kontrolle der Standsicherheit des Kastanienbaums versäumt, wodurch sich ein Mitarbeiter des Grünflächenamtes vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten musste. „Die CDU ist nicht bereit, mit dem Leben der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener zu spielen. Bei der Sicherheit gibt es keinen Rabatt“, stellt Nicole Röck-Knüttel abschließend fest.

 

 

 

 

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