Ulrich Weinerth

 

*11. September 1952          †29. Juni 2015

 

Ein Leben voller Einsatz für andere ist zu Ende gegangen. Durch und durch war   Ulrich Weinerth für unser Gemeinwesen da: In Biebrich, in der Narrenlust Waldstraße und für ganz Wiesbaden. Er gehörte über vier Jahrzehnte in unterschiedlichen Funktionen zur christdemokratischen Union. Seit 1977 gehörte er der Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Wiesbaden an und war damit der dienstälteste Stadtverordnete. Von 1978 bis 2001 war er hauptamtlich Fraktionsassistent der CDU-Stadtverordnetenfraktion. Er war Mitglied des Sozialausschusses und von 2001 bis 2006 und seit 2011 dessen Vorsitzender. Zusammen mit seinen Vorgängern als sozialpolitischen Sprechern der CDU-Fraktion, Peter Riedle und Detlev Bendel, prägte er gut drei Jahrzehnte christdemokratischer Sozialpolitik in Wiesbaden. Er vertrat seine Fraktion in den Aufsichtsgremien kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, im Jugendhilfeausschuss oder im Frauenausschuss. Jahrzehnte war er daneben jugendpolitischer Sprecher.

 

Seine Zeit in der Jungen Union, deren Kreisvorsitzender er in Wiesbaden schon mit Anfang 20 wurde, prägte ihn zeitlebens. Er arbeitete gern mit jungen Menschen zusammen und fand auch immer einen Draht zu Ihnen. Bis zu seinem Tode blieb er jung im Herzen, daher fiel es Helga Skolik auch nicht leicht, ihm seine Beitritts-erklärung zur Senioren-Union abzuluchsen.

 

Unermüdlich arbeitete er in Wahlkämpfen für das Erscheinungsbild seiner Partei. Er war sich für keine Arbeit zu schade und zu jeder Uhrzeit bereit. Auch als Kreisgeschäftsführer (2001-2015) räumte er mit der Jungen Union den Keller auf, beklebte und stellte Plakate. Sein Markenzeichen: Unabhängig vom Ausgang einer Wahl, die Plakate des Kreisverbandes waren am nächsten Morgen aus dem Straßenbild der Stadt verschwunden. Dafür ließ er manche Wahlparty sausen.

Ulrich Weinerth war ein Gefühlsmensch. Was ihm auf den Herzen lag, musste gesagt werden. Ganz gleich, ob er freundschaftlich direkt widersprach oder einen seiner zahlreichen Zwischenrufe in die Debatte der Stadtverordnetenversammlung einbrachte, er brachte sich ganz ein. Manch einer fürchtete seine Einwürfe, andere ärgerten sich über sie, doch alle verstanden sie so wie sie gemeint waren: Da rief einer, der sich als Bauchpolitiker verstand, der seine Gefühle lebte und ihnen Ausdruck verlieh.

Verletzen wollte er nicht. Er scheute sich nicht, wenn er so (miss-)verstanden wurde, sich noch beim gleichen Tagesordnungspunkt vom Rednerpult der Stadtverordnetenversammlung aus zu entschuldigen. Mit einem Lächeln im Gesicht, so war es

nicht gemeint.

Menschlich war er vernetzt mit vielen anderen, ganz gleich, ob sie seine Position teilten oder anderer Auffassung waren. Zupackend leitete er „seinen“ Sozialausschuss, erfreute sich allseitiger Akzeptanz. Er war er selbst in den Hochs und Tiefs seines Lebens. Immer war er bereit zu helfen, nicht ohne mit der Bemerkung zu fragen: „Was willst denn Du schon wieder?“ – wieder mit diesem schelmischen Schmunzeln im Gesicht, das einem sagte „nimm´s mir nicht Übel“.

Jahrelang redigierte er Monat für Monat das Wiesbaden extra, die Zeitschrift der Wiesbadener Partei und Fraktion. Mit der Technik entwickelte er die Mitgliederzeitschrift weiter vom Schneidetisch bis zur Druckversion moderner Computertechnik. Er arbeitete für die Fraktion und später auch für die Partei, liebte den Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft.

 

Als Spätberufener stieß er zur Fassenacht. Er organisierte den Kinderfastnachtszug der DACHO, begleitete seine Töchter stolz von Auftritt zu Auftritt, gleichgültig ob für die Narrenlust oder die Wiesbadener Stadtgarde, den ganzen Stolz der DACHO.  Sitzung für Sitzung fotografierte er geduldig, Standorte wechselnd, die Auftritte der Tänzerinnen wie für das Wiesbaden extra.

 

Ulrich Weinerth hat sich über die Maßen für unsere Partei, die Fraktion und unsere Stadt engagiert. Er hat einen großen Teil seiner Lebenszeit in den Dienst unserer Gesellschaft gestellt. Sein Einsatz ist für uns alle Ansporn und Vorbild. Ulrich Weinerth hat sich große Verdienste um unsere gemeinsame Sache und unser Gemeinwesen erworben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

 

Dr. Oliver Franz                                                      Bernhard Lorenz

Kreisvorsitzender                                                    Fraktionsvorsitzender

 

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