„Wiesbadens Stadtverwaltung  soll weiter mit gutem Beispiel in Sachen Familienfreundlichkeit vorangehen,“ fordert Ulrich Weinerth, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Rathausfraktion. Auf Initiative der CDU-Fraktion habe die Koalition für den Sozialausschuss einen Antrag gestellt mit dem Ziel, den Beschäftigten der Stadtverwaltung und der stadteigenen Unternehmen zu ermöglichen, Familienpflegezeit in Anspruch zu nehmen.

Der CDU-Sozialexperte weist darauf hin, dass mehr als zwei Drittel der zu pflegenden Personen von Angehörigen zu Hause versorgt werden. Umfragen zeigten, dass drei Viertel der Berufstätigen sich wünschen, ihre Angehörige so weit wie möglich selbst zu betreuen. „Mit dieser großen Bereitschaft zur Pflege stellen sich die Familien in Deutschland selbst ein herausragendes Zeugnis aus,“ lobt Ulrich Weinerth: „Gleichzeitig dürfen wir diejenigen, die Angehörige pflegen und sich aufopfern, nicht allein lassen.“ Es sei Verpflichtung der Allgemeinheit, pflegende Angehörige nicht nur mit wohlfeilen Worten, sondern auch „handgreiflich“ zu unterstützen.

 

„Für berufstätige Pflegepersonen leistet die von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder beschlossene Familienpflegezeit wirksame Unterstützung gleich doppelt“, berichtet der CDU-Sozialpolitiker. Zum einen schaffe die Reduzierung der Arbeitszeit Entlastung im Alltag. „Beruf und Pflege werden besser vereinbar.“ Darüber hinaus werde durch sichergestellt, dass der Pflegende später keine Einbußen bei der Rente erleidet. „Das ist gleichermaßen innovativ wie zukunftsweisend,“ hebt Ulrich Weinerth hervor: „Die Familienministerin hat echtes Neuland betreten.“

 

Im einzelnen sähen die Regelungen vor, dass Beschäftigte, die einen Angehörigen pflegen, ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduzieren können. Wird z.B. die Arbeitszeit in der Pflegephase von 100 auf 50 Prozent reduziert, erhält der Beschäftigte weiterhin 75 Prozent des letzten Bruttogehalts. Später werde dies wieder ausgeglichen. Bis zum Ausgleich des Zeitkontos erhält der Mitarbeiter bei wieder voller Tätigkeit weiterhin 75 Prozent.

 

Als „entscheidenden Pluspunkt“ wertet Ulrich Weinerth, dass sichergestellt ist, dass aus der Familienpflegezeit keine Einbußen bei der späteren Rente erwachsen. Trotz der reduzierten Arbeitszeit behalten die Pflegepersonen gemeinsam mit den Leistungen aus der Pflegeversicherung ihren Rentenanspruch etwa auf dem Niveau der Vollbeschäftigung. „Wer heute pflegt, darf später als Pensionär nicht der Dumme sein und in Altersarmut fallen,“ so der CDU-Sozialpolitiker abschließend.

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