Hans-Martin Kessler (CDU): Mehr Mut und Ideen zur Diskussion über Mögliches und Machbares

Hans-Martin Kessler

Die unkommentierte Veröffentlichung von ersten Entwurfsskizzen der Frankfurter IFM Immobilien AG über eine mögliche Neugestaltung des städtebaulich sensiblen Bereiches am Wiesbadener Kureck hält der planungspolitische Sprecher der CDU-Rathausfraktion Hans-Martin Kessler für wenig hilfreich. „Die drei farblosen Architekturskizzen sind kontraproduktiv, um eine ergebnisorientierte städtebauliche Diskussion zu führen. Es sei denn, man verfolgt das Ziel, diese zum Abschuss freizugeben", erklärte Kessler zu dem im WK und im Internet abgebildeten Entwürfen.
Nach Auffassung des stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzen-den brauche das Kureck eine bedeutende Landmarke am Kopfknoten von Wilhelm-, Taunus- und Sonnenberger Straße. „Keiner hängt an dem jetzigen fast 40 Jahre alten Hochhausturm“, stellt der CDU-Planungsexperte unmissverständlich klar. „Aber an diesem zentralen Punkt müsse architektonisch in Zukunft eine spannendere Symbolwirkung für die Stadt ausgehen - egal, ob mit oder ohne Hochhaus.“
Eine flächenhafte Vollbebauung der jetzt noch freien Platzflächen könne man aus planerischen und ästhetischen Gründen überhaupt nur dann zustimmen, wenn sich die Bebauung wesentlich von den Standard-Lochfassaden heutiger Bürokomplexe abhebe. „Die vorgelegten Skizzen erwecken diesen Eindruck zunächst ganz und gar nicht“, äußert sich Hans-Martin Kessler bedenklich.
Abgesehen davon müsse sehr genau geprüft und bewertet werden, was mit der derzeit unbebauten Kureckfläche, dem historischen Paulinenhang und um die derzeit noch von der R+V Versicherung genutzten Gebäude herum passiere, falls der R+V-Turm niedergelegt werden sollte. Möglicherweise sei eine Modernisierung des Büroturms und dessen Außenfassaden eine deutlich bessere Lösung als ein Abriss bei gleichzeitiger massiver Verdichtung des gesamten Umfeldes mit Büroklötzen, erteilt Kessler „kurzsichtigen populistischen Denkmustern“ eine klare Absage.
„Diejenigen, die den Hochhausabriss schon seit Jahren lautstark fordern, aber keine Beiträge für akzeptable Lösungsvorschläge für die Unterbringung der rund 40.000 m2 Nutzfläche bieten, machen sich das Geschäft zu einfach und handeln verantwortungslos populistisch“.
In diesem Zusammenhang fordert Kessler erneut mehr Mut zu Ideen und zur Diskussion über Mögliches und Machbares. „An dieser einmaligen Chance zur Verbesserung der Situation müssen Bauherr, Stadtplanung, Architekten, Politik und Bürger beteiligt werden. Die CDU-Rathausfraktion freue sich auf diese Diskussion.
Nach zweieinhalb Jahren erwarten wir so langsam eine Konkretisierung von machbaren Varianten. „Unter Zeitdruck wird die Politik eine solche Entscheidung bei den zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeiten nicht treffen.“, erklärte Kessler abschließend.

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