CDU-Fraktion drängt weiter auf zügige Einführung einer zentralen Vormerkplattform zur Vergabe von Kitaplätzen**  **

 

„Das Erreichen der Betreuungsgarantie von 35 Prozent für Kinder unter drei Jahren ist nur ´die halbe Miete`. Der Ausbau der Kinderbetreuung muss weitergehen. Das Angebot und die Nachfrage müssen transparent und effizient zusammengebracht werden.“ Mit diesen Worten drängt die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Simone Koch auf die Einführung einer zentralen Vormerkplattform zur Vergabe von Kitaplätzen.

 

Der gegenwärtige Zeitaufwand für die Vormerkung eines Kindes in mehreren Einrichtungen sei für Eltern, aber auch für die Kitas sehr hoch. Ein weiteres Problem sei, dass jede Kita ihre eigene Vormerkliste anlege und zwischen den Listen der Einrichtungen kein Abgleich stattfinde. Dies führe durch Mehrfachvormerkungen zwangsläufig zur Blockade freier Plätze und zu einem langatmigen Vergabeverfahren. Kein Wunder sei es daher, dass sich 90 Prozent der Eltern von Kleinkindern in einer 2011 veröffentlichten städtischen Umfrage negativ zum Verfahren äußerten. „Ein Alarmzeichen, dass mit der knappen Ressource ‚Betreuungsplatz‘ sorgsamer und effizienter umgegangen werden muss“, mahnte Simone Koch. Die Mehrzahl der befragten Eltern wünsche sich daher auch ein zentrales Vormerksystem.

 

Der Markt für derartige Lösungen sei überschaubar. Derzeit seien zwei ausgereifte Systeme in Großstädten in Betrieb. Dies sind der Düsseldorfer „Kita-Navigator“ und die aus Berlin stammende Lösung „Little-Bird“. Die CDU-Fraktion habe sich im Sommer beide Lösungen genauer angeschaut und sich bereits mit Trägern und Amtsleitungen zusammengesetzt, die eines der beiden Systeme eingeführt haben. Alle bezeichneten die zentralen Lösungen dabei als großen Gewinn. Die Fraktion habe anschließend alle Träger und Kita-Leitungen an einen Tisch gebeten und eine mögliche Variante für ein Vormerksystem vorgestellt. Die Teilnehmer seien sehr interessiert gewesen und hätten viele konstruktive und kritische Fragen gestellt, die alle fundiert beantwortet werden konnten.

 

Auch die Stadtverwaltung beschäftige sich seit etwa zwei Jahren mit diesem Thema. „Die Grundlagen sind also geschaffen, um nun zügig an die Umsetzung mit allen Beteiligten zu gehen. Denn es geht nicht mehr darum, ob wir in Wiesbaden ein solches Vormerksystem brauchen. Sondern, ob Wiesbaden in dieser Frage vorn dabei oder hinten dran ist! Unser Ziel sollte daher sein, bis Sommer nächsten Jahres auch in Wiesbaden an diese bürgerfreundliche Entwicklung anzuschließen", so Simone Koch weiter. Außerdem mache das System am tatsächlichen Bedarf deutlich, wo und wie in Wiesbaden ausgebaut werden muss. „Diese Plattformen helfen uns also auch, richtig zu investieren“, ist sich Simone Koch sicher.

Wiesbaden wäre nicht die erste Stadt mit einem Vormerksystem. Die Eltern in Aachen oder Düsseldorf waren die ersten, die ihre Kinder über ein zentrales System online vormerken konnten. In Hessen sind vor wenigen Monaten Bad Homburg und Oberursel auf den Zug aufgesprungen. Auch Frankfurt, dessen Oberbürgermeister das derzeitige Verfahren in seiner Stadt presseöffentlich als "Wildwest" bezeichnet, will bald mit einer Internetplattform Abhilfe schaffen.

 

Eltern können sich bei den Vormerksystemen online detailliert über Krippen, Kindergärten und Horte aller geförderten Träger informieren und ihr Kind in einer oder mehreren Einrichtungen vormerken. Die Kitas reagieren auf die Vormerkungen und laden bei passendem Angebot zum gewohnten Kennenlerngespräch ein. „Der entscheidende Vorteil eines zentralen Vormerksystems ist, dass pro Kind nur noch EIN Datensatz zentral abgelegt wird, auf den die jeweiligen Vormerklisten der Wunschkitas zurückgreifen. Mehrfachvormerkungen, die nach wie vor nötig bleiben, führen damit jedoch nicht länger zu einer zahlenmäßigen ‚Vermehrung‘ der Kinder", erläuterte Simone Koch. 

 

Haben die Eltern einen Betreuungsvertrag mit einer Kita geschlossen, wird das Kind auf den Vormerklisten der anderen Wunschkitas als ‚versorgt‘ markiert. Die Listen bereinigen sich also automatisch, was das durch Mehrfachanmeldung oft verursachte Problem der Blockade freier Plätze löst. „Die Vergabe von Plätzen bleibt dabei in den Händen der Kitas. Nur sie können schließlich für eine optimale Zusammensetzung von Gruppen sorgen“, betonte die Stadtverordnete abschließend.

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