Ein gravierendes Umdenken in der Frage des neuen Möbelmarktes in Mainz-Kastel fordert der stellv. CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Martin Kessler von den Kollegen der SPD-Fraktion im Wiesbadener Rathaus: „Jetzt müssen die Sozialdemokraten beweisen, ob sie in der Lage sind, Entscheidungen für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen – und damit für die Zukunft Wiesbadens - zu treffen oder ob sie die bisherige Verweigerungshaltung um jeden Preis beibehalten.“ Die sture Ablehnung der Oppositionsparteien und der Bündnis-Grünen zum Möbelmarkt verhindere nicht nur den Ausbau der Boelckestraße und die Ansiedlung mehrere hundert Arbeitsplätze, es drohe hierdurch sogar ein Verlust solcher und reduziere damit massiv die Kaufkraft und Steuereinnahmen für Wiesbaden, so Kesslers Prognose.
Nach den aktuellen Planungen von Mann Mobilia (XXXL), im Falle einer Ablehnung des Möbelhauses im Petersweg in Kastel, am bisherigen Standort in der Äppelallee die Verkaufs- und Lagerflächen auf bis zu 90.000 qm zu erweitern (dies ist mehr als doppelt soviel, wie am Petersweg in Kastel angedacht wurde), ginge es darum, zu entscheiden, welches der beiden Vorhaben das für Wiesbaden sinnvollere und verkehrstechnisch bessere sei. „Die bereits heute katastrophalen Verkehrsverhältnisse rund um die Fachmarktzentren der Äppelallee/Hagenauer Straße sind definitiv nicht mehr in den Griff zu bekommen, wenn dort weiter expandiert wird. Es gibt schlicht und einfach keine ausreichenden Ausbaumöglichkeiten der Infrastruktur mehr. Die Boelckestraße in Kastel dagegen könnte sofort vierspurig ausgebaut, der Möbelmarkt optimal angebunden werden und so die Verhältnisse in AKK deutlich aufgewertet werden“, argumentiert der CDU-Verkehrsexperte weiter.
Auch der Einzelhandelsverband müsse endlich erkennen, dass Kaufkraftverschiebungen nicht mehr allein zwischen der Innenstadt und den Vororten stattfänden, sondern, dass im Zeitalter steigender Flexibilität und Mobilität die Wiesbadener genauso nach Hofheim oder Mainz fahren würden, wenn das Angebot in Wiesbaden nicht mehr vorhanden sei. „Der Einzelhandelsverband erweist seiner Klientel einen Bärendienst, weil die Käufer entweder ganz aus Wiesbaden verschwinden oder die Alternative in Biebrich ohne jegliche Begrenzung der innenstadtrelevanten Sortimente vonstatten gehen könnte. „Der Politik sind angesichts der existierenden Bebauungspläne in Biebrich die Hände gebunden, sowohl bezüglich der Marktgröße als auch bezüglich der nicht möglichen Limitierung innenstadtrelevanter Produkte an diesem Standort“, so Kessler. „Im Kasteler Gewerbegebiet Petersweg haben wir politisch noch alles in der Hand.“
Es sei an der Zeit, jetzt verantwortungsvoll für die Entwicklung dieser Stadt zu handeln. Wirtschaftlich verantwortungsvoll, verkehrstechnisch verantwortungsvoll und im Interesse des Wiesbadener Einzelhandels. „Ich bin sicher, dass zumindest die SPD im Biebricher Ortsbeirat eine konstruktivere Haltung zu diesem Thema einnehmen wird als der Kasteler SPD-Ortsverband, dem die Entwicklungen in Biebrich ziemlich egal seien“, ist Hans-Martin Kessler zuversichtlich, die Diskussion in der SPD wieder auf eine von Verantwortung getragene Ebene zu bringen.

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