Mit einem Festakt in der Casinogesellschaft hat die CDU Wiesbaden am 17. November 2015 ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert. In seiner Begrüßungsrede sagte der Kreisvorsitzende der CDU Wiesbaden, Dr. Oliver Franz, die CDU sei „keine Protest- oder ideologische Partei“ geworden, sondern „eine Volkspartei geblieben. Wir werden von den Bürgerinnen und Bürgern in Wiesbaden gewählt, weil man uns zutraut, schwierige politische Probleme zu lösen ohne drum herum zu reden.“ Die CDU verfüge über starke Landes- und Kreisverbände sowie über selbstbewusste Mitglieder, die für die gemeinsamen Grundwerte der CDU, Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit nach wie vor einstehen. Die Union habe in entscheidenden Momenten der Geschichte der Bundesrepublik richtige und wichtige Entscheidungen getroffen – „sei es beim Wiederaufbau, der Einführung der sozialen Marktwirtschaft, oder natürlich beim Fall der Mauer“, betonte Dr. Franz. Besonders dankte er seinem Vorgänger im Amt als Kreisvorsitzenden, dem Landtagsabgeordneten Horst Klee und gratulierte ihm gleichzeitig zu seinem 76. Geburtstag: „Horst Klee hat sich wie kaum ein anderer um die CDU Wiesbaden verdient gemacht. Er ist die Seele unserer Partei, die er in stürmischen Zeiten übernommen hat und in sicheres Fahrwasser geführt hat.“

Zur aktuellen Flüchtlingssituation nahm der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, in seiner Rede Stellung. Man habe die humanitäre Verpflichtung, den Menschen zu helfen, die vor Krieg, Gewalt und Bedrohung ihres Lebens nach Deutschland geflüchtet seien. Zugleich müsse das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge diejenigen Anträge derer, die mit Sicherheit keinen Asylantrag vom BAMF gewährt bekommen, sehr schnell bearbeiten und diese Personen dann auch in ihre Heimat zurückgeführt werden. "Wir brauchen die Kapazitäten in den Unterkünften für die Kriegsflüchtlinge. Rückführungen von Nicht-Asylberechtigten gehören daher genau so dazu wie die Aufnahme von Flüchtlingen“, so Grüttner. Die größte Herausforderung für Hessen bestehe nun darin, Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern. „Niemand, der Hilfe benötigt muss fürchten, alleine gelassen zu werden“, stellte Stefan Grüttner fest. Die Fragestellung, ob man in Hessen anstelle von Geld- Sachleistungen auszahlen könne, prüfe die Landesregierung derzeit. Um Flüchtlinge dauerhaft in Hessen zu integrieren sei es zudem wichtig, Ihnen schnellstmöglich den Zugang zu Sprachkursen zu ermöglichen.

Die Festrede zum 70-jährigen Bestehen der CDU Wiesbaden hielt der Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e. V. Dr. Rolf Faber. Er machte zunächst einen Blick zurück in die Vergangenheit: „Nach der Menschheitskatastrophe des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs haben „sich Christen aller Konfessionen zusammengetan, um auf der Basis des christlichen Weltbildes eine christlich-soziale, liberal-konservative Volkspartei zu gründen: Die CDU. Dieses ökumenische Experiment ist auch aus der Erkenntnis heraus entstanden, dass beispielsweise die katholische Zentrumspartei in der Weimarer Republik allein zu schwach war.“ Dennoch, auch die CDU habe es anfangs nicht leicht gehabt. Es mangelte der Partei im ersten Wahlkampf in Wiesbaden an allem, weder Papier noch Schreibmaschinen waren vorhanden, um Flyer zu erstellen. Umso erstaunlicher sei es gewesen, dass die CDU bei der ersten Kommunalwahl mit 41,7 Prozent der Stimmen stärkste Fraktion wurde. Dies war der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte in Wiesbaden.

Abgerundet wurde der Festakt mit einer Rede des Ehrenvorsitzenden Horst Klee. In gestraffter Form gab er einen Rückblick auf „positive und negative Ereignisse, die unsere Partei in Wiesbaden ereilt haben, wie beispielsweise die drei direkt gewonnen Mandate bei der Landtagswahl 1995“. Gleichzeitig wies Horst Klee darauf hin, dass die Schlag- und Überzeugungskraft einer Partei wie der CDU sich erhöhe, wenn sie in der Lage sei, unterschiedliche Interessen so zusammenzufügen, dass es glaubhaft beim Bürger ankomme. „Entscheidungen zur richtigen Zeit, von authentischen Repräsentanten dargestellt und vermittelt, ist die richtige Mischung, um eine auseinanderdriftende Bürgergesellschaft hinter sich zu bringen“, so Host Klee. Dies sei zugegeben eine ständige Herausforderung. „Aber nur wer sich selbst herausfordert und ständig überprüft, wird diese ambitionierten Ziele erreichen“, so das Urteil von Klee.

 

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