CDU-Idee wird Zugpferd einer Radinitiative für mehr Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern

„Ich freue mich, dass die Koalition gemeinsam mit der städtischen Verkehrsverwaltung der langjährigen CDU-Forderung nach Fahrradstraßen mit der Einrichtung zunächst in der Eleonorenstraße am Kasteler Rheinufer endlich gefolgt ist“, sagte Hans-Martin Kessler, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Rathausfraktion.

 

Die erste Fahrradstraße in Wiesbaden sei ein großer Schritt in Richtung einer fahrradfreundlichen Stadt und das Zugpferd für eine entsprechende Radverkehrsinitiative, die auch im Radverkehrsforum Ende Februar besprochen werden solle, so der CDU-Politiker. Fahrradstraßen seien außerdem das beste Mittel zur Erhöhung der Fußgängersicherheit, da durch die Entflechtung dieser Verkehre das Konfliktpotenzial entfalle. Dies beträfe insbesondere weite Teile der Wiesbadener Senioren, die sich bei gemischt genutzten Wegen häufig unsicher fühlten. Weitere Möglichkeiten, Fahrradstraßen kurzfristig zu realisieren, sieht der Verkehrsexperte Kessler in großen Bereichen an der Rhein- und Mainschiene vom Rheingau bis Kostheim.

 

Wichtig sei auf diesem Wege, auch alle anderen Verkehrsteilnehmer mitzunehmen. „Radverkehr funktioniert nur dann gut und sicher, wenn die Verkehrsräume anderer am Verkehr Beteiligter weitestgehend erhalten bleiben, so wenig wie möglich Beeinträchtigungen stattfinden und deshalb besondere Maßnahmen auch Akzeptanz finden“, fasst Hans-Martin Kessler die Verkehrspolitik der CDU-Fraktion zusammen. Kessler weiter: „Verkehrsräume für Fußgänger und den motorisierten Individualverkehr (MIV) künstlich zu verknappen und Parkplätze rücksichtslos zu vernichten, schafft keine breite Akzeptanz, sondern erhöht das Unverständnis in weiten Teilen der Bevölkerung. Das ist grüne Verkehrspolitik, die wir besser können.“

 

Eine Verbesserung des Wiesbadener Radwegenetzes sehe aber auch das Schließen von Lücken vor. Insbesondere die Radwegeverbindung Innenstadt / Wilhelmstraße nach Sonnenberg möchten wir noch vor Beginn der Sommerpause umsetzen. Auch hier sei jedoch dafür Sorge zu tragen, dass die Verkehrsräume anderer Verkehrsteilnehmer erhalten blieben und durch den Ausbau der Radwege nicht belastet würden.

 

Die Verbindung von der Wilhelmstraße nach Sonnenberg soll nach Dafürhalten der CDU über den Warmen Damm und zusätzlich parallel über die Christian-Zais-Straße führen. Der folgende Abschnitt sollte über die Parkstraße in die Joseph-von-Lauff-Straße geführt werden, die den Kurpark kreuzend auch als Fahrradstraße ausgewiesen werden könnte. Hieran anschließend sei der Chaisenweg geeignet, dessen Verlängerung über den Promenadenweg bis nach Sonnenberg weiterführe.

„Voraussetzung für uns ist, dass sowohl der Belag im hinteren Kurparkbereich partiell nachgebessert wird als auch eine ausreichende Beleuchtung sicher stellt, dass ein ganzjähriges Befahren der gesamten Strecke möglich wird. Eindeutige Markierungen und Wegeführungen fehlen heute auf dieser Strecke und sollten schnell realisiert werden“ sagte Hans-Martin Kessler. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Bau und Verkehr im März wolle man einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen beschließen.

 

 

Zusätzliche Anmerkungen der CDU-Fraktion zur Historie „Fahrradstraßen“:

 

  1. November 2009: Der Ortsbeirat Mainz-Kastel bittet auf Antrag der CDU-Fraktion den Magistrat um Prüfung, ob durch die Einrichtung einer Fahrradstraße (Zeichen 244 StVO) in der Eleonorenstraße die unrechtmäßige Befahrung der Fußgängerpromenade durch Radfahrer verhindert werden kann.

 

  1. März 2010: Der Verkehrsdezernent Prof. Dr. Pös (FDP) sieht die Einrichtung einer Fahrradstraße in Mainz-Kastel „nach ämterübergreifender Prüfung als nicht zielführend an“ und lehnt verschiedene Lösungen zur Entschärfung der Fußgänger-/Radfahrerproblematik ab.

 

  1. Juni 2011: Der Ortsbeirat Mainz-Kastel beschließt einen Antrag der CDU-Fraktion auf Einrichtung einer Fahrradstraße unter Beibehaltung der Tempo 30-Zone zur Entschärfung von Gefahren für Fußgänger und Radfahrer auf dem Promenadenweg in der Eleonorenstraße.

 

Mitte Dezember 2012: Die CDU-Rathausfraktion schlägt der SPD einen Antrag zur kurzfristigen Umsetzung von Maßnahmen im Radverkehr am Rhein- und Mainufer sowie von der Innenstadt nach Sonnenberg vor.

 

  1. Februar 2013: Stadträtin Möricke äußert sich öffentlich positiv zur Einrichtung einer Fahrradstraße am Kasteler Rheinufer.

 

  1. März 2013: Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD werden einen Antrag in den Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr zur Umsetzung der ersten Wiesbadener Fahrradstraße und zur Realisierung der Radwegeverbindung Innenstadt-Sonnenberg einbringen.

 



Kurze Erläuterung zur Fahrradstraße:

Eine Fahrradstraße ist eine für  den Radverkehr vorgesehene Straße. Sie soll die Attraktivität des Radverkehrs steigern und Vorteile gegenüber dem Kraftfahrzeugverkehr schaffen. Dabei ist zu beachten, dass die Fahrradstraße nicht mit Radwegen verwechselt wird, da bezüglich der straßenverkehrsrechtlichen Regelung große Unterschiede bestehen.

 

Das Verkehrszeichen „Anlieger frei“ kommt häufig in Fahrradstraßen vor. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h. Radfahrer dürfen ausdrücklich nebeneinander fahren, auch wenn dadurch anderer Verkehr behindert wird. Kraftfahrzeuge müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit verringern, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.

 

Quelle: Wikipedia

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag