Hessische Polizei ist durch eine neue Software Vorreiter bei der Prävention von Einbrüchen

Wohnungseinbrüche gehören zu jenen Straftaten, die nicht nur finanziell, sondern auch psychisch von den Opfern besonders schwer zu verkraften sind. In den letzten Jahren nahmen die Berichte über Einbrecherbanden zu und verunsicherten viele Bürger.

Dabei hat sich in den vergangenen Jahren in Hessen vieles positiv entwickelt, sowohl bei der Zahl der Einbrüche als auch bei der Aufklärungsquote. Schon seit Jahren sinkt die Zahl der Wohnungseinbrüche in Hessen, zuletzt 2016 auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Die Chancen stehen gut, dass die Deliktzahlen in diesem Bereich künftig noch weiter zurückgehen, denn Hessen zählt zu den Vorreitern bei der präventiven Abwehr von Einbrüchen.

Mit der eigens gemeinsam vom Landeskriminalamt und der Universität Gießen entwickelten Prognosesoftware „KLB-operativ“ können künftig in Gebieten, die von Serieneinbrechern mehrfach aufgesucht wurden, durch verstärkte Polizeipräsenz Einbrüche verhindert werden. Zu diesem Zweck wird die Software von der hessischen Polizei täglich mit Informationen aktualisiert, die Auskunft über den Ort, den Zeitpunkt und die Höhe des Schadens bei einem Einbruch geben. Da statistisch die Hälfte der Einbrecher Serientäter sind und häufig mehrmals in einem Wohngebiet zuschlagen, können aufgrund der Datenverarbeitung der Software gefährdete Gebiete frühzeitig erkannt und geschützt werden.

Das vom hessischen CDU-Innenminister Peter Beuth vorgestellte Programm wird seit November von der Polizei in ganz Hessen genutzt. Zuvor gehörte Wiesbaden zu einer der vier Regionen, in denen die Software getestet wurde – mit überragendem Erfolg: In den drei Testregionen ging im Winter 2016 die Zahl der Einbrüche um 66 Prozent zurück. Gerade in Städten und Ballungsräumen wie Wiesbaden, die stärker von Einbrüchen betroffen sind als dünn besiedelte ländliche Regionen, kann die Software offenbar die Fallzahl deutlich reduzieren.

Eine Software allein kann allerdings sicherlich nicht alle Einbrüche verhindern, etwa in Regionen
mit wenigen Einbrüchen, die daher von der Software statistisch nicht erfasst werden. Ebenso kann langfristig etwa ein Strategiewechsel auf Seiten der Täter als Reaktion auf die neue Polizeistrategie nicht ausgeschlossen werden. Die bisherigen Ergebnisse sind jedoch vielversprechend und erhöhen nicht zuletzt auch in Wiesbaden die Sicherheit in einem Bereich, der in den vergangenen Jahren das Sicherheitsgefühl vieler Bürger beeinträchtigt hat.

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