Als unaufrichtig und scheinheilig bezeichnet der CDU-Parteivorsitzende Dr. Oliver Franz die Presseerklärung des Landtagsabgeordneten Ernst-Ewald Roth zu der anwaltlichen Tätigkeit des Vorsitzenden der CDU-Rathausfraktion Bernhard Lorenz für die IHK Frankfurt. Der Beratervertrag von Prof. Mathias Müller, der ehrenamtlicher IHK-Präsident in Frankfurt ist, mit der städtischen WIM (Wiesbadener Immobilienmanagement GmbH) sei in großer politischer Einmütigkeit abgeschlossen worden. Selbstverständlich habe dem Vertragsabschluss der Aufsichtsrat unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Sven Gerich (SPD) zugestimmt. Gerade dieser Aufsichtsratsvorsitzende profitiere von der Beratertätigkeit des IHK-Präsidenten in besonderer Weise. „Es ist schon sehr verwunderlich, wenn sich ein SPD-Landtagsabgeordneter zu kommunalpolitischen Sachverhalten äußert, der weder der Stadtverordnetenversammlung, noch dem Aufsichtsrat der WIM angehört. Über den hier relevanten Vorgang könnten ihm daher aufgrund seiner eigenen politischen Tätigkeit keinerlei Erkenntnisse vorliegen. Offensichtlich habe hier jemand seinen Namen zur Verfügung gestellt, damit eine an anderer Stelle formulierte Erklärung abgesetzt werden könne. Man frage sich, warum sich der ehemalige katholische Stadtdekan als Strohmann vor einen solchen Karren spannen lasse und sich nicht die Sozialdemokraten zum Sachverhalt äußerten, die mit der Beratertätigkeit von Herrn Professor Müller bestens vertraut seien, nämlich der Oberbürgereister Gerich, der Fraktionsvorsitzende Manjura oder der Parteivorsitzende Volk-Borowski, die alle Mitglied im Aufsichtsrat seien. In der SPD-Pressemitteilung verdrehe Herr Roth die Tatsachen und stelle Zusammenhänge her, die nicht bestünden. Nicht ersichtlich sei es, was die berufliche Tätigkeit des SPD-Fraktionsvorsitzenden für die Arbeiterwohlfahrt Wiesbaden mit der gesamten Angelegenheit zu tun habe. Dies sei für die CDU bisher kein Thema gewesen. „Mit diesem Vorgehen hat Herr Roth der vertrauensvollen Zusammenarbeit der Koalitionspartner massiv geschadet“, so Franz. Wer langfristig Verantwortung für diese Stadt übernehmen wolle, der müsse auch in Zeiten des Vorwahlkampfes seine Medienarbeit danach ausrichten, und dürfe nicht nach kurzfristigen Schlagzeilen hecheln. Es sei für die CDU inakzeptabel, wenn führende SPD-Politiker die erstbeste Gelegenheit zum politischen Foulspiel und zu persönlichen Verunglimpfungen des CDU-Fraktionsvorsitzenden nutzten.

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