Über "ein weiteres gutes Jahr für junge Leute" freut sich Dr. Hans-Achim Michna, ausbildungspolitischer Sprecher der CDU-Rathausfraktion, mit Blick auf die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt in Wiesbaden und Umgebung. Bereits in den beiden vergangenen Jahren sei der Lehrstellensituation ausgeglichen gewesen. Viele Branchen, selbst eine so attraktive wie das Kfz-Handwerk, hätten sich bereits dem Problem gegenüber gesehen, nicht genügend Bewerber zu finden.

"Dieser Komfort für angehende Azubis setzt sich in diesem Jahr verstärkt fort," macht der CDU-Arbeitsmarktexperte, der auch der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Wiesbaden vorsteht, deutlich. Nicht nur der Deutsche Industrie- und Handelskammertag verweise aktuell auf 50.000 Lehrstellen bundesweit, die voraussichtlich unbesetzt bleiben werden. "Die aktuellen Zahlen für Wiesbaden gehen in die gleiche Richtung," so Dr. Hans-Achim Michna: "Ende Juli haben wir deutlich weniger Jugendliche, die noch auf der Suche sind, als im Vorjahr." Zum Monatsende habe die Arbeitsagentur 761 'unversorgte' Jugendliche in der Kartei; verglichen mit dem Juli 2009 ist deren Zahl um 11,9 Prozent zurückgegangen.

Auch habe sich die Relation von Stellenbewerbern zu gemeldeten Lehrstellen weiter verbessert. Rechnerisch kommen derzeit auf jeden noch suchenden Jugendlichen 0,76 offene Lehrstellen. Im Juli des Vorjahres seien dies lediglich 0,56 gewesen. "Angesichts dieser Entwicklung lässt sich schon heute sagen, dass die Ausbildungsbilanz 2010 mindestens so gut ausfallen wird wie im Vorjahr."

Zu dieser erfreulichen Gesamtlage habe neben engagierten Ausbildungsbetrieben und der wieder anziehenden Konjunktur auch die Stadt entscheidend beigetragen. "Die umfassende Aktivität Wiesbadens für mehr Ausbildung hat Tradition," bemerkt Dr. Hans-Achim Michna. Hierzu zählen unter anderem die regelmäßigen Ausbildungskonferenzen, die Programme „Wege in Berufsbildung für Alle“, „Jobnavi, was willst Du werden?“. Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm (KEP) an den Hauptschulen ermögliche den Schülern einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung und weiterführende Schulen.

"Die Stadt beschränkt sich aber nicht nur auf Hilfestellung und Vermittlung, sondern bildet selbst aus und lässt sich dieses Engagement etwas kosten," betont der CDU-Kommunalpolitiker abschließend: "Um alle 168 Ausbildungsplätze in der Stadtverwaltung zu erhalten, hat das Stadtparlament 500.000 Euro bewilligt."

 

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag