Sofia Karipidou: Sprache bleibt Schlüssel zur Integration

„Die Sprache ist der wichtigste Schlüssel zur Integration. Der Verzicht auf den Nachweis grundlegender Deutschkenntnisse bei türkischen Zuwanderern ist daher ein Rückschlag für die Integration“, so Sofia Karipidou, Integrationspolitikerin bei der CDU-Rathausfraktion Wiesbaden. Sie reagiert damit auf Presseberichte, nach denen das Auswärtige Amt seine Außenstellen in der Türkei angewiesen habe, zukünftig Visa auch ohne den Nachweis von elementaren Deutschkenntnissen[i] zu erteilen. Das Amt bezieht sich dabei auf eine Einzelfallentscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus den vergangenen Wochen.

 

„Beim EuGH-Urteil handelt es sich um eine Ausnahmeregelung in einem Härtefall. Das Urteil kann daher nicht auf alle zuwanderungswilligen Türken angewandt werden“, erläutert die Juristin. Die nun vom Auswärtigen Amt eingeführte Praxis werde daher richtigerweise vom Bundesinnenministerium scharf kritisiert. Im von den Europarichtern behandelten Einzelfall ging es um eine türkische Analphabetin, die zu ihrem Mann nach Deutschland ziehen wollte. Da sie als Härtefall eingestuft wurde, bekam sie auch ohne erfolgreich absolvierten Sprachtest ein Visum.

 

„Die 2007 eingeführten Sprachtests unterstützen erwiesenermaßen die Integration von Zuwanderern. Ich hoffe deshalb, dass die Bundesregierung die Sprachtests zeitnah wieder einführt und damit einen integrationspolitischen Fehler behebt“, so Sofia Karipidou abschließend.

 

 

 

 

 

 

[i] Sprachniveau „A 1“ des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen

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