Simone Koch: „Stadt muss ihre Möglichkeiten ernsthaft ausloten“

 

„Die CDU erwartet vom Magistrat, dass er die Möglichkeiten der Kommune ernsthaft auslotet, um den Hebammen die Ausübung ihres Berufs zu erleichtern. In unserer insbesondere auch für Familien attraktiven Stadt herrscht bekanntlich ein spürbarer Mangel an Hebammen. Das liegt zum einen an den stetig steigenden Versicherungskosten für diesen Berufsstand, an der Entlohnung der freiberuflichen Tätigkeit und zum anderen an den hohen Lebenshaltungskosten in den meisten Großstädten. Diese Situation stellt zunehmend ein existenzielles Problem für die Hebammen dar“, erklärt Simone Koch, frauenpolitische Sprecherin der CDU-Rathausfraktion.

Im Ergebnis sähen sich die aktuell praktizierenden Hebammen gezwungen, ihre Tätigkeit aufzugeben oder umzuschulen. So waren in Wiesbaden noch zu Beginn des Jahres 2015 knapp 60 Hebammen gemeldet. Fünf davon gaben im Laufe des Jahres auf. Weitere sechs werden nach Aussagen des Berufsverbandes ihre Freiberuflichkeit zum Januar 2016 an den Nagel hängen. Dies hinterlasse spürbare Lücken. „Vornehmlich trifft diese Entwicklung Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, denn sie haben noch keine Erfahrung mit den Leistungen rund um die Geburt. Ebenso sind Frauen betroffen, die in Wiesbaden oder in Deutschland noch nicht verwurzelt sind. Dies sind jedoch genau die Frauen, für die die Dienste einer Hebamme besonders wichtig sind“, betont Simone Koch.

„Die CDU erwartet daher, dass in dieser Frage nicht mehr länger nur auf die Zuständigkeit von Land und Bund verwiesen wird. Denn die Frauen stehen hier in Wiesbaden vor einem Problem und wir sind für diese Frauen zuständig“, unterstreicht Koch. In dem CDU-initiierten Antrag in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, dem 17. Dezember 2015, wird der Magistrat daher aufgefordert, die Möglichkeiten der Kommune ernsthaft auszuloten, um den Hebammen die Ausübung ihres Berufs zu erleichtern. „Denkbar ist zum Beispiel eine Kostenbefreiung für den Parkausweis ‚Sozialer Dienst‘ oder die Erstellung einer Auflistung über die Wiesbadener Hebammen und ihre verfügbaren Zeiten. Diese Daten könnten dann in die ebenfalls von der CDU angestoßenen ‚Checkliste für werdende Eltern‘ im Internet aufgenommen werden. Sehr wünschenswert ist auch eine koordinierende Stelle, die kurzfristig freigewordene Hebammen-Kapazitäten Frauen, die noch nicht versorgt sind, zur Verfügung stellt“, schlägt Simone Koch vor.

„Letztlich muss aber allen Beteiligten bewusst sein, dass die Unterversorgung mit Hebammenleistungen nicht allein auf kommunaler Ebene gelöst werden kann. Hier müssen Land und Bund weiter aktiv werden. Wir als Stadt müssen aber alle Optionen ausschöpfen, die in unserem kommunalen Handlungsspielraum liegen“, schließt Simone Koch.

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