„Sachlich geht anders“, mit diesen Worten kommentiert die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Rathausfraktion, Nicole Röck-Knüttel, die Pressemeldungen von SPD und Grünen zur vermeintlich geplanten Einlagerung von Atommüll durch die Entsorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden. 

Es handelt sich bei der Anfrage, die den ELW vorliegt, keinesfalls um „Atommüll“, sondern um freigemessenen und unbedenklichen Bauschutt. Die Strahlenschutzverordnung schreibt strenge Messungen vor, bevor es zu einer Entsorgung kommt. Die Deponieklasse II auf der Wiesbadener Deponie reicht dafür vollkommen aus. „Radioaktiv-belastetes  Material dürften die ELW auch gar nicht entsorgen. Das ist ausgeschlossen“, so Röck-Knüttel, die auch Mitglied der Betriebskommission ist.

„Es verwundert auch, dass die Vertreter von SPD und Grünen in der Betriebskommission in der Sitzung keine inhaltlichen Bedenken formuliert haben und nun vier Tage später fachfremd und populistisch von „Atommüll“ sprechen“, ist Röck-Knüttel erstaunt. „Gerne führen wir eine sachliche Debatte, ob überhaupt ein Angebot abgegeben werden soll, denn Fakt ist auch, dass es bisher nur eine Anfrage gibt, über die noch nicht entschieden worden ist“, erklärt die Fachsprecherin.

„Ferner steht die Zusage des Dezernats, so gestern in einem Beitrag für die hessenschau formuliert, dass gerne alle Fragen in einer Sitzung des Umweltausschusses beantwortet werden, und dass neben den Messungen vor Ort in Stade auch noch einmal eigene Messungen vor der Einlagerung auf der Deponie durchgeführt werden können“, führt Röck-Knüttel weiter aus.

"Wer einerseits den Rückbau von Atomkraftwerken möchte, kann sich nicht andererseits in unverantwortlicher Weise hinter diffusen Ängsten vor möglicherweise fragwürdigen Grenzwerten verstecken, von denen noch nicht einmal klar ist, ob sie durch den angefragten Bauschutt auch nur annähernd ausgeschöpft werden", so Röck-Knüttel. "Das grenzt an Panikmache und geht schlichtweg an der Faktenlage vorbei."

Die Hessische Industriemüll (HIM) hat die ELW angefragt, ob sie 1.000 Tonnen uneingeschränkt freigegebenen  und unbelasteten Bauschutt aus dem „nicht-radioaktiven Bereich des Kernkraftwerkes“ wie z.B. dem Pförtnerhäuschen oder der Kantine einlagern könnten. In der Sitzung der Betriebskommission am 20. August wurde den Mitgliedern darüber berichtet.

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